
Mont Klamott: die begrabenen Weltkriegsbunker im Volkspark Friedrichshain
Hügel, die keine Hügel sind
Im Volkspark Friedrichshain – Berlins ältestem Volkspark, eröffnet 1848 – erheben sich zwei grüne Hügel über die Bäume. Sie wirken völlig natürlich. Sind sie aber nicht. Der Große und der Kleine Bunkerberg sind künstliche Berge aus Kriegstrümmern, aufgeschüttet über zwei gesprengten Flakbunkern.
Die Berliner gaben dem größeren einen liebevollen Spitznamen: Mont Klamott. Er ist eines der klarsten Beispiele dafür, wie das Nachkriegs-Berlin seine jüngste Vergangenheit buchstäblich begrub.
Die Flaktürme und ihre Zerstörung
Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Park gewaltige Flakbunker aus Stahlbeton errichtet – Teil der Berliner Luftverteidigung und zugleich als Schutzräume genutzt. Nach 1945 ordneten die Alliierten die Sprengung solcher Befestigungen an.
Die Bunker waren zu massiv, um sie sauber zu entfernen, also wurden sie gesprengt und dann bedeckt. In den folgenden Jahren wurden die Ruinen mit Trümmern der zerbombten Stadt überschüttet, zu Hügeln geformt und bepflanzt.
Eine Landschaft aus einer zerstörten Stadt
Berlin produzierte nach dem Krieg unfassbare Mengen an Trümmern. Statt alles abzutransportieren, schüttete die Stadt mehrere künstliche Hügel auf, die Trümmerberge, in ihren Parks und an ihren Rändern. Mont Klamott ist der berühmteste von ihnen.
Wer heute oben steht, während Familien picknicken und Hunde rennen, steht auf den zerkleinerten Resten sowohl der Kriegsmaschinerie als auch der zerbombten Wohnhäuser des Berlins der 1940er Jahre. Die Aufnahme des wachsenden Trümmerbergs von 1950 macht die Verwandlung unvergesslich.
Warum er auf eine Tour durch das verborgene Berlin gehört
Mont Klamott ist das emotionale Zentrum unserer Tour, gerade weil er nach nichts aussieht. Ohne Kontext geht man an einem gewöhnlichen Parkhügel vorbei. Mit Kontext wird er zu einem verdichteten Kapitel des 20. Jahrhunderts: Krieg, Niederlage, Wiederaufbau und die grüne Stadt, die darauf wuchs.
Von hier verbindet die Tour zurück zum industriellen Alten Schlachthof und vorwärts zum verschwundenen Friesenstadion und zum eiszeitlichen Urstromtal, das das gesamte Gelände formte.
Häufige Fragen
Was bedeutet Mont Klamott?
Es ist ein Berliner Spitzname für den Großen Bunkerberg, etwa „Müllberg“ oder „Trümmerberg“ – der Hügel besteht aus Kriegstrümmern.
Liegen wirklich Bunker unter den Hügeln?
Ja. Unter dem Großen und Kleinen Bunkerberg liegen zwei gesprengte Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, bedeckt von Trümmern und Erde.
Kann man den Mont Klamott besteigen?
Ja, Wege führen auf beide Hügel im Volkspark Friedrichshain, sie sind als Teil des öffentlichen Parks frei zugänglich.

